• Präsentation

    Eine der großen Herausforderungen des Luxemburger Schulsystems ist die Aktualisierung und Modernisierung der bestehenden Programme. Hier gilt es über die nächsten Jahre ein Kompetenzzentrum für Curriculum-Entwicklung zu schaffen, das im Service de Coordination de la Recherche et de l´Innovation pédagogiques et technologiques (SCRIPT) beheimatet ist und eng mit der Universität Luxemburg zusammenarbeitet. Dieses soll die Programmkommissionen unterstützen. Eine gesellschaftliche Verankerung wird durch die Schaffung eines Conseil national des Programmes gewährleistet werden. Es werden auch nationale Programmkommissionen für die Grundschule und die éducation différenciée geschaffen.

  • Accompagnement scientifique des travaux curriculaires

    Die Ausarbeitung von Programmen und Lehrmitteln, wie heute schon im Fach „Leben und Gesellschaft“, wird in Zukunft durch Fachdidaktiker begleitet werden, die den Programmkommissionen vom Service de Coordination de la Recherche et de l´Innovation pédagogiques et technologiques (SCRIPT) zur Seite gestellt werden. Dadurch soll eine stärkere Kohärenz zwischen Konzepten und Formulierungen erreicht werden. Darüber hinaus wird dies den Programmkommissionen erlauben, sich auf die Validierung von Vorarbeiten zu konzentrieren. Dabei soll die Universität Luxemburg enger eingebunden werden; es gilt allerdings erst ein Kompetenzzentrum mit Didaktik-Schwerpunkt aufzubauen.

  • Leben und Gesellschaft / Vie et Société

    Seit der Vorstellung des Rahmendokuments im März 2015 wird in einem partizipativen Prozess ein neues Fach geschaffen, bei dem gemeinsame Fundamente und Werte im Mittelpunkt stehen. In Zukunft werden diese von allen Schülerinnen und Schülern gemeinsam erlernt, erlebt und reflektiert. Es gilt die Ziele dieses Faches zu definieren, konkrete Inhalte zu bestimmen, Fortbildungskonzepte zu erstellen und die flächendeckende Implementierung vorzubereiten.

    Das Ministerium wird dafür Sorge tragen, dass die Änderungen im Bereich des Werteunterrichts keine negativen Auswirkungen auf die Stundenkontingente der Schulen haben werden.

  • Conseil National des Programmes

    Die inhaltliche Ausrichtung des Luxemburger Bildungssystems ist eine gesellschaftliche Frage, die mit den unterschiedlichsten Akteuren diskutiert werden muss, um einen gesellschaftlichen Konsens herstellen zu können. Aus diesem Grund soll innerhalb eines Conseil national des programmes die Luxemburger Gesellschaft abgebildet werden. Innerhalb dieses Rats sollen wichtige Vertreter aus Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft aber auch der schulischen Akteure (Direktoren, Inspektoren, Lehrer, Erzieher, Eltern, Schüler) vertreten sein.

  • Gesellschaftliche Verankerung

    Art und Inhalte der Programme und Lehrmittel, die in Luxemburg ausgearbeitet und genutzt werden, sollen in Zukunft auch mit gesellschaftlichen Akteuren diskutiert werden. Als Pilotprojekt hierzu dient die Ausarbeitung des neuen Fachs „Leben und Gesellschaft / Vie et société“, bei dem wichtige gesellschaftliche Akteure zu Kernmomenten konsultiert werden und diese die Gelegenheit erhalten, ihre Einschätzungen abzugeben.

  • Schaffung von Programmkommissionen in der Grundschule und in der "éducation différenciée"

    Die Ausarbeitung von Programmen in der Grundschule wird in Zusammenarbeit mit den Akteuren der Schule geschehen. Dazu werden Programmkommissionen geschaffen, in denen sowohl Lehrer als auch instituteurs ressources und Inspektoren vertreten sind.

  • Ausarbeitung von Bildungszielen in der Sekundarschule

    Aus verfassungsrechtlichen Gründen müssen die Schulprogramme in Teilen des Luxemburger Schulsystems neu formuliert werden. Zurzeit gibt es keine einheitlichen Vorgaben, was Schulprogramme anbelangt, so dass deren Beschreibungen stark voneinander abweichen, z.T. sogar innerhalb eines Faches. Eine Vereinheitlichung der Programme soll dadurch erreicht werden, dass in einem gemeinsamen formalen Rahmen und für alle Fächer Bildungsziele, Lerninhalte, didaktische Ansätze sowie Bewertungsvorgaben werden.

  • Pädagogische und curriculare Autonomie

    Um eine Diversifizierung des schulischen Angebots in Luxemburg zu erreichen, werden die Schulen eine größere Autonomie in pädagogischen und curricularen Fragen erhalten. Bisher können die Schulen bis zu 10% ihres Bildungsangebots in Eigenregie gestalten. Darüber hinaus wird im Rahmen der Arbeiten mit den nationalen Programmkommissionen die Möglichkeit analysiert werden, in Zukunft mit nationalen Rahmenlehrplänen zu funktionieren, die durch schulinterne Lehrplänen ergänzt werden.

    Auf diesem Nährboden können neue Schultypen in Luxemburg entstehen, etwa ein "MINT"-Gymnasium.