• Präsentation

    Das Prinzip der Autonomie fußt auf der Feststellung, dass Schulen nicht einander gleich sind: Jede Schule bietet eigene Ausbildungswege an, empfängt heterogene Schülergruppen und pflegt eigene pädagogische und didaktische Ansätze.

    Das Ziel von mehr Autonomie ist es, den Schulen die Möglichkeit zu geben, eigene Entscheidungen zu treffen, sowohl hinsichtlich pädagogischer, als auch organisatorischer und materieller Herausforderungen. Dies immer im Hinblick auf den schuleigenen Kontext. Angesichts eines immer komplexer werden Schulsystems, einhergehend mit einer immer größeren Heterogenität der Bevölkerung, ist es ein logischer Schritt, den Schulen in diesen Bereichen neue Freiheiten zuzugestehen. Eine zentrale Verwaltung sämtlicher Details ist angesichts dieser Kontexte nicht mehr zeitgemäß.

    Die Gesellschaft hat sich gewandelt und wird dies auch weiterhin tun, die großen Entwicklungsschritte im Bereich der gar nicht mehr so neuen Technologien haben ihr übriges getan. Mehr Autonomie soll es also Schulen erlauben, kontextspezifische Antworten zu finden.

  • Stärkung der Autonomie in den Grundschulen

    Durch die Reform von 2009 wurden Elemente der Schulentwicklung in der Grundschule eingeführt, die den Schulen erlauben sollen, auf die lokalen Bedürfnisse der Schulbevölkerung zu reagieren. Dies soll durch den rapport école begleitet und den plan de réussite scolaire (PRS) strukturiert werden. Diese Werkzeuge werden heute jedoch von vielen Schulen als belastend empfunden; auch stehen sie nicht unbedingt im Zentrum der lokalen Schulentwicklung. Die Gründe dafür sollen erörtert und die geeigneten Anpassungen vorgenommen werden, um eine größere Autonomie der Schulen zu garantieren und eine stärkere Dynamik der Schulentwicklung anzuregen.

  • Autonomie in den Sekundarschulen: Personal

    Die Verteilung der stagiaires auf Schulen wird weiterhin im direkten Austausch mit den Direktionen vonstatten gehen; allerdings werden die Überlegungen darum weitergeführt, wie in Zukunft die Schule an ihre Lehrerin oder ihren Lehrer kommt. Ein neues System der Verteilung von Lehrern an Schulen sowie der Möglichkeiten, die Schule zu wechseln, wird mit den Akteuren zusammen erarbeitet. Dabei wird das Profil des Anwärters im Vordergrund stehen.

    Daneben wird im Bereich der Fortbildung das SchiLf-Projekt weiterhin gefördert und im Kontext der Ausweitung des Fortbildungsangebots ausgebaut.

  • Autonomie in den Sekundarschulen: Finanzen

    Bereits heute verfügen Sekundarschulen über eine weit gehende Autonomie im Bereich der Finanzen. Es gilt noch auszuloten, nach welchem Schlüssel die Funktionskosten, die einer Schule zustehen, in Zukunft berechnet werden sollen, so dass die Gelder gerecht und kontextentsprechend auf alle Schulen verteilt werden.

  • Ein Rahmen für Autonomie

    Ein gesetzlicher Rahmen, der die unterschiedlichen Grade an Autonomie definieren wird, wird in Zusammenarbeit mit den Schulpartnern erstellt. Dabei werden die Synthese der Diskussionen zur Schulautonomie, die während des Schuljahres 2014/15 mit den Direktionen geführt wurden, sowie das im Herbst 2015 erscheinende Gutachten des Conseil supérieur de l’Education nationale berücksichtigt.

  • Rolle und Struktur des Ministeriums

    Im Zuge der Konzeptualisierung und anschließenden Implementierung eines gesetzlichen Rahmens, innerhalb dessen den Schulen mehr Autonomie zugestanden wird, wird sich auch die Rolle der Verwaltungen im MENJE verändern. So wird das Ministerium ein neues Organigramm erstellen, wie es auch durch die Reform des öffentlichen Dienstes gefordert wird. Es geht darum, die einzelnen services neu zu positionieren und Kommunikationsabläufe zu optimieren. Das Ziel ist es, Dienstleister aber auch Impulsgeber der Schulen zu sein, wenn es darum geht, Schulen untereinander zu vernetzen, ihnen Innovation zu ermöglichen. Die Agence pour le développement de la qualité scolaire (ADQS) des Service de Coordination de la Recherche et de l´Innovation pédagogiques et technologiques (SCRIPT) wird die Schulen bei der Auto-Evaluation unterstützen, das Institut de Formation de l’Éducation nationale (IFEN) im Bereich der Fortbildung. Die zuständigen services sichern u.a. die Verwaltung. Weiterhin wird auch eng mit dem Monitoring-Institut der Universität (LUCET) zusammengearbeitet, sodass regelmäßig stattfindende épreuves standardisées wertvolle Rückmeldung an das Ministerium und die Schulen liefern.